Schockbild beinhart

Erneut steht die EU-Kommission im Verdacht, eines ihrer Tabak-Ekelbilder unerlaubt zu verwenden. Schon in der Vergangenheit wurden Vorwürfe laut, auf einzelnen Motiven seien Fotos von Verstorbenen oder Komapatienten gebraucht worden, ohne deren Einverständnis oder das ihrer Angehörigen einzuholen (wir berichteten z.B. hier und hier). Es ging dabei um Männer aus Deutschland, Belgien oder Polen, deren jeweilige Leiden mit Tabakrauchen wohl nichts zu tun hatten.

Jetzt geht es um einen Franzosen, dem ein Bein amputiert werden musste. Das Bild (siehe oben) stammt aus der dritten Staffel der Schockbilder, die die Hersteller bis ca. Mai dieses Jahres produzieren mussten. Die dazugehörige Horrorbotschaft lautet: „Rauchen verstopft Ihre Arterien.“ Was zum Wahrheitsgehalt der EU-Propaganda passen würde: Der Betroffene hatte es 1997 bei einer Schießerei in Albanien verloren – so entsteht also das sogenannte „Raucherbein“.

Die Familie, die im Bild ihren Vater anhand spezifischer Narben zweifelsfrei erkannt haben will, möchte nun gegen die EU klagen. Sie vermutet, dass das Bild in einem Krankenhaus aufgenommen wurde. Wahrscheinlich wird die EU-Kommission wie bisher Stein und Bein darauf schwören, die Motive zeigten irgendwelche Schauspieler, die aus Datenschutzgründen nicht benannt werden dürften. Nach mehreren Vorfällen dieser Art kommt sie allerdings in Erklärungsnot und sollte endlich die Karten auf den Tisch legen. Die Herkunft der Fotos scheint nämlich ähnlich dubios und missbräuchlich zu sein wie die Botschaften auf den Packungen manipulative Fake News sind.

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